„Ihr müsst die Chancen nützen, die ihr bekommt“

Dienstag, 24. April 2018 (Ganztägig)

Workshop. ORF-Moderatorin Nina Kraft gibt Jugendlichen Mut, ihre Fähigkeiten zum Beruf zu machen

„Wenn euch jemand eine Chance gibt, dann habt keine Angst und nehmt sie an.“ Die Linzerin Nina Kraft moderiert zurzeit die ORF-Vorabendshow „Daheim in Österreich“. Gerne gibt sie Jugendlichen Tipps, schwierige Situationen zu meistern, egal ob in der Schule oder später im Beruf.

Vergangenen Dienstag besuchte die Moderatorin das Linzer Körnergymnasium. Im Rahmen eines Workshops zur Berufsorientierung in der 6B-Klasse, beantwortete sie Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei forderte sie die Jugendlichen auf, Mut zu haben und an sich zu glauben. „Oft gelingen einem Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte. Man muss sich nur überwinden, es auszuprobieren.“

Die Schülerinnen und Schüler hat das Gespräch mit der Moderatorin beeindruckt: „Nina Kraft ist eine bewundernswerte Frau, von der man mit Sicherheit viel über den Beruf der Moderatorin lernen kann“, meint zum Beispiel Emely Ertl. Auf Sina Siess hätte Kraft einen äußerst willensstarken und sympathischen Eindruck gemacht. „Aus dem Workshop habe ich mitgenommen, dass man seine Ziele stets verfolgen soll“, so Magdalena Gstöttner. Barbara Haubner hätte durch das Gespräch mehr Motivation bekommen, ihre Ziele zu verfolgen.

Der Wunsch, Journalistin zu werden, habe sich bei der heute 33-jährigen Moderatorin schon in jungen Jahren entwickelt. „In der Volksschule schreibt ja jeder einmal in sein Tagebuch, was er werden möchte. Ich habe Modedesignerin oder Journalistin geschrieben. Letzteres ist es dann geworden.“

Für junge Menschen sei es wichtig, schon während der Schulzeit herauszufinden, was sie interessiert und vor allem was man wirklich kann und gerne macht. „Es helfe auch, eine Vertrauensperson zu fragen. Da hört man oft Antworten, mit denen man selber gar nicht rechnen würde.“

Einst wurde die Linzerin vom Regionalsender LT 1 entdeckt. Hier bekam sie die Chance, ein Studentenmagazin zu moderieren. „Ich wusste natürlich nicht, ob ich das kann, habe es dann aber einfach versucht.“

„War damals das Lampenfieber stark?“, wollte eine Schülerin wissen. „Am Anfang meiner Karriere hatte ich natürlich Lampenfieber“, erklärte Kraft. Mit der Zeit sei es aber immer weniger geworden. Aktuell moderiert der Publikumsliebling rund 150 Live-Sendungen im Jahr. „Irgendwann sagt der Körper, höre mit dem Lampenfieber auf, weil das zu viel Energie braucht.“ Mit Freude an der Tätigkeit könne Nervosität gesteuert werden. „Ich bin sehr konzentriert und freue mich gleichzeitig auf die Sendung. Es ist ja wissenschaftlich erwiesen, dass Freude und Spaß den Körper davon abhalten, Angst zu empfinden.“

Bereits seit rund 15 Jahren moderiert Kraft auch auf Show-Bühnen. „Was sei nun spannender“, fragte ein Schüler, „eine Moderation im ORF-Studio oder auf der Bühne?“ „Im Fernsehen sind es in etwa 500.000 Zuschauer, die mich sehen, auf der Bühne bis zu 4000. Bei Shows vor Publikum merkt der Moderator sofort, ob etwas ankommt oder nicht. Im Fernsehen kann man das nur erahnen.“

Neben dem richtigen Umgang mit dem Lampenfieber sei auch das Privatleben eine Herausforderung, erklärte Kraft. „Die Arbeitszeiten sind im Journalismus generell sehr unregelmäßig. Man muss teilweise in der Nacht und am Wochenende im Dienst sein.“ Der Job sei also nicht familienfreundlich. „Ich lebe zwar in Linz, bin aber nur alle 14 Tage hier. Wenn ich in Wien oder Salzburg arbeite, schlafe ich pro Monat mindestens zehn Nächte im Hotel. Für mich wäre es zur Zeit nicht möglich ein Kind zu haben.“