1. Wirtschaftsgespräch mit Chefredakteur Mag. Gerald Mandlbauer

Dienstag, 27. Oktober 2015 - 12:00

Der Chefredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten, Mag. Gerald Mandlbauer,  machte am 27. Oktober 2015  in diesem Jahr den Auftakt der jährlich stattfindenden Wirtschaftsgespräche.

Mag. Gerald Mandlbauer absolvierte die Handelsakademie an der Rudigierstraße, bevor er das Studium der Betriebswirtschaftslehre (Fachrichtung Marketing und Rechnungswesen) an der Universität Linz begann. Von sich selbst behauptet er, in der Schule „eher ein Schlitzohr“ gewesen zu sein, die Leistungen hätten aber immer gepasst. Allerdings erwähnt er auch, dass er ohne die ihm von der Schule vermittelten Werte heute wohl nicht hier stehen könne.
Bereits neben dem Studium ab dem Jahr 1981 ging er sowohl als freier Fotograf als auch in der Sportredaktion der Tätigkeit als Journalist nach. Zwei Jahre später wurde er erstmals von den Oberösterreichischen Nachrichten als Redakteur angestellt, anfangs im Ressort Sport, später im Ressort Motor. In letzterem hatte er die einzigartige Gelegenheit, Probefahrten mit noch nicht erhältlichen Fahrzeugen zu tätigen. Ab 1988 war Mag. Gerald Mandlbauer dann Wirtschaftsredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten. Im darauffolgenden Jahr verabschiedete er sich bis 1992 von der Tätigkeit als Journalist und gründete seine eigene Firma: eine Agentur für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (COMO) mit zuletzt zehn Beschäftigten. 1993 verkaufte er seine Geschäftsanteile und kehrte zu den OÖN als Leiter der Wirtschaftsredaktion und stellvertretender Chefredakteur zurück. 2003 übernahm er die Hauptverantwortung als Chefredakteur.

Persönlich gefällt ihm an seinem Beruf neben der dadurch gewonnenen „Freiheit“ vor allem die Tatsache, vom Bürgermeister bis hin zur Regierungsspitze jeden interviewen zu können.

Außerdem gab er uns Einblicke in die Welt der Medien, welche momentan sich verstärkt ins Internet verlagern. Daher investiere der Eigentümer, das Medienhaus Wimmer, derzeit etwa 70 Millionen Euro, um für neue Medien gut gerüstet zu sein. Die OÖN, zu denen auch die Gratis-Wochenzeitung TIPS gehört, haben bis zu 400.000 Leser/-innen täglich, wobei samstags nochmals viele hinzukommen, und insgesamt etwa 500 Angestellte, darunter 100 Redakteurinnen und Redakteure. Dazu kommen noch etwa 1000 Personen, die im Zeitungsvertrieb arbeiten.

Ein Journalist beginnt mit seiner Arbeit erst am späteren Vormittag, dafür muss er bis abends dann in der Redaktion anfangs recherchieren und zuletzt den Artikel bis zur „Deadline“ um etwa 20 Uhr abgeben. Die Blattlinie entspricht der im Impressum veröffentlichten Grundausrichtung und man ist als Journalist vor allem  den Leserinnen und Lesern verpflichtet. Jedes seriöse Medium müsse das journalistische Ethos wahren und zum Beispiel den Wahrheitsgehalt einer Nachricht doppelt überprüfen.

Die größte Herausforderung sieht er in der Frage der Finanzierung von Printmedien im Online-Zeitalter.  

Mag. Gerald Mandlbauer erlebte ich als eine sehr unterhaltsame Person, was seine Sympathie zusätzlich unterstreicht.

Philipp Reisinger, 6A